Kapitalanlagen-Krise

P&R – Forderungsanmeldung

P&R Forderungsanmeldung und Gläubigerversammlung

Update 18. Oktober 2018

P&R Gläubigerversammlung: Anleger können nur auf Rückzahlung hoffen – Anfechtung weiter offen

Mehr als 2.500 Gläubiger besuchten die erste von insgesamt vier Gläubigerversammlungen (Berichtstermin) für die insolventen deutschen P&R Gesellschaften. Dazu kamen in die Münchner Olympiahalle weitere 7.723 Anwälte, darunter auch Sascha Borowski von Buchalik Brömmekamp. Viel Neues konnte Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé den geschädigten Anlegern nicht mitteilen, und bei der Höhe der Verluste blieb er sehr vage. Dennoch soll 2020 eine erste Abschlagszahlung an die Investoren erfolgen.

Laut Jaffé bestand die drohende Zahlungsunfähigkeit bereits seit 2010. Schon damals reichten die Erlöse aus der Vermietung der Containerflotte nicht mehr aus, um die Mietansprüche der Anleger zu bedienen. Die fälligen Zahlungen an die Investoren wurden mit neu eingeworbenen Geldern finanziert. Das Schneeballsystem brach dann infolge der Insolvenz des Wettbewerbers Magellan in den Jahren 2016 und 2017 sowie der Prospektpflicht ein, da kaum Neukunden gewonnen werden konnten. Als die Liquidität im März 2018 aufgebraucht war, stellten die P&R Gesellschaften die Insolvenzanträge.

P&R hatte rund 3,5 Milliarden Euro eingesammelt und sollte rund 1,6 Mio. Container dafür kaufen. Vorhanden sind allerdings nur rund 630.000 Boxen. Die Münchner Staatsanwaltschaft, die P&R-Firmengründer Heinz R. im September wegen Betrugsverdachts in Untersuchungshaft nehmen ließ, schätzt den Schaden auf 1,5 bis zwei Milliarden Euro. Schadensersatzansprüche gegen die Geschäftsführer will Jaffé durchsetzen. Er sieht jedoch keine nennenswerten Zuflüsse in die Insolvenzmasse.

Der Insolvenzverwalter versucht, die Vermietung der vorhandenen Container, die vom schweizerischen Zug aus an Reedereien und Leasingfirmen erfolgt, weiterzuführen. Die Boxen sollen erst nach und nach verkauft werden. Bis 2021 könnten damit 560 Millionen Euro erwirtschaftet werden, sofern die schweizerische P&R-Gesellschaft nicht selbst in die Insolvenz rutscht und die Vermietung und Verwertung ungestört weiterläuft.

Einen übereilten Verkauf der Container schließt Jaffé derzeit aus. „Erste Abschlagszahlungen können jedoch erst erfolgen, wenn entsprechende Mittel generiert wurden und Rechtssicherheit auch über die festgestellten Forderungen hergestellt ist. Ziel ist es, möglichst zügig die Voraussetzungen für eine erste Abschlagsverteilung an die Gläubiger zu schaffen“, so der Verwalter. Ein Großteil der Anleger ist mehr als 70 Jahre alt und er wisse um die berechtigten Erwartungen der Anleger auf Zahlungen innerhalb eines überschaubaren Zeitrahmens. Erste Zahlung an die Gläubiger wären im Jahr 2020 möglich. Über die Höhe schwieg Jaffé, der wie auch der Gläubigerausschuss in der Gläubigerversammlung bestätigt wurde.

Brisant bleibt für die Anleger die Frage, ob der Insolvenzverwalter die gezahlten Mieten und Rückkaufszahlungen für Container im Rahmen der Anfechtung zurückfordert. Betroffen wären alle Zahlungen, die früher als vier Jahre vor Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens vorgenommen wurden. Das Anfechtungsvolumen dürfte mehrere Milliarden Euro betragen. Die Gläubiger müssen zudem die Kosten für die Durchsetzung der Anfechtungsansprüche tragen. Hier könnten allein die damit beschäftigten Anwälte mehrere 100 Millionen Euro verschlingen. Auf der Gläubigerversammlung wollte sich Jaffé trotz intensiver Nachfragen zur Anfechtung nicht zu den Rückforderungen äußern. Wie in anderen Fällen bereiten die Verwalter die Ansprüche lieber von langer Hand vor. Jaffé kann sich dafür bis zur Verjährung im Jahr 2021 Zeit lassen.

Update 25. September 2018

Anleger entscheiden über das Schicksal der P&R und ihr Vermögen – Nach der Forderungsanmeldung ist vor der Gläubigerversammlung – was Anleger nun beachten müssen!

Die Münchner Staatsanwaltschaft und einige Anlegeranwälte fahnden derzeit intensiv nach dem privaten Vermögen von P&R-Gründer Heinz Roth. Laut der Münchner Behörde, hat sie zwar vermögenssichernde Maßnahmen eingeleitet, beschlagnahmt wurde jedoch noch nichts. Der Insolvenzverwalter geht derzeit von einem Vermögen von nur zehn bis 13 Millionen Euro aus. Es bleibt abzuwarten, ob die Suche erfolgreich sein wird und ob angesichts des Milliarden-Schadens die Anleger überhaupt etwas von diesem Geld sehen werden. Erste Einblicke werden die Gläubigerversammlungen Mitte Oktober geben. Dann können die Anleger auch über das Schicksal der P&R entscheiden. Trotz der gerichtlichen Frist bis Mitte September können auch weiterhin Forderungsanmeldungen abgegeben werden.

Für die vier maßgeblichen in Deutschland ansässigen P&R-Gesellschaften hat das Insolvenzgericht die nachfolgenden Termine anberaumt:

  • P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, 17.10.2018 ab10:00 Uhr,
  • P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, 18.10.2018, ab 09:00 Uhr,
  • P&R Transport-Container GmbH, 18.10.2018, ab 15:00 Uhr,
  • P&R Container Leasing GmbH, 22.10.2018, ab 09:00 Uhr,

Im Rahmen der Gläubigerversammlung, der auch Berichtstermin genannt wird, werden zunächst die jeweiligen Insolvenzverwalter bestätigt oder können abgewählt werden. Weiterhin haben die Gläubiger über die Einsetzung und Besetzung der Gläubigerausschüsse abzustimmen. Letztendlich werden die Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé und Dr. Philip Heinke über ihre bisher getroffenen Maßnahmen ebenso berichten, wie über die vorgefundenen finanziellen Verhältnisse und die aktuelle Lage der Gesellschaften.

Der Bericht des Insolvenzverwalters stellt die wesentliche Informationsquelle für die Gläubiger dar. Aus diesem Grunde sieht das Gesetz auch vor, dass die Gläubiger darüber zu informieren sind, ob und wie die insolvente Gesellschaft fortgeführt werden kann. Auch die Liquidation des Unternehmens ist seitens der Verwaltung darzustellen.

Entscheidungsgewalt liegt bei den Gläubigern

Die Gläubiger müssen dann auf dieser Informationsgrundlage entscheiden, ob das Unternehmen liquidiert werden soll, also die Unternehmenswerte veräußert werden sollen oder, ob die Insolvenzschuldnerin (ggf. auch in anderer Gestalt) fortgeführt werden soll. Im Rahmen der Gläubigerversammlung werden also weitreichende Entscheidungen über das Schicksal des Unternehmens getroffen. Vielfach wird der Berichtstermin als reine Informationsveranstaltung angesehen, in welchem die Gläubiger nur noch den Vorschlag der Insolvenzverwaltung „abnicken“ sollen. Dabei wird verkannt, dass weder das Gericht noch der Insolvenzverwalter über das Schicksal entscheiden, sondern die Gläubiger.

Ob eine Sanierung des Unternehmens, eine gegebenenfalls auch eingeschränkte Fortführung oder auch ein Tausch der Forderung gegen Anteile an dem Unternehmen (Dept to Equity-Swap) sinnvoll ist, bedarf einer fachkundigen Bewertung der vom Insolvenzverwalter mitgeteilten Informationen und einer mehrheitlichen Gläubigerentscheidung. Diese Mehrheiten werden jedoch häufig nicht erreicht. Hintergrund ist, dass die Investoren ihre Rechte und Ansprüche nicht ausreichend poolen. Oft sind Interessenvertreter nicht in der Lage die Rechte in den Berichtsterminen erfolgreich auszuüben, da sie nicht über ausreichende insolvenzrechtliche Expertise verfügen. Die Insolvenzordnung folgt eigenen Regeln und hebelt dadurch das normale Wirtschaftsrecht aus. Insolvenzverfahren sind gerade nicht mit Zivil-, Verwaltungs- und Strafprozessen vergleichbar. Bei der Auswahl des richtigen Vertreters sollte die Anleger deshalb auf das insolvenzrechtliche Know-how achten.

Forderungsmeldungen können weiter angemeldet werden

Am 14. September 2018 lief die vom Insolvenzgericht gesetzte Frist zur Forderungsanmeldung ab. Anleger, die diese Frist nicht eingehalten haben, können ihre Forderung weiterhin anmelden. Die „verspätet“ angemeldete Forderung wird grundsätzlich wie eine rechtzeitig angemeldete Forderung behandelt. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass eine an das Insolvenzgericht zu zahlende Nachmeldegebühr von 20 Euro (VV 2340 GKG Kostenverzeichnis) entstehen könnte. Die Entstehung einer solchen Gebühr setzt die Anberaumung eines neuen Prüfungstermins, in welchem die verspätet angemeldete Forderung geprüft wird, voraus. Das Insolvenzgericht hat die Prüftermine für den 14. November 2018 anberaumt.

Forderungsanmeldung nachmelden und den neueren Entwicklungen anpassen

Gläubiger, die ihre Forderungen bislang nicht angemeldet haben, sollten mit der Anmeldung ihrer Forderungen jedoch nicht zu lange warten. Nur wenn die Forderung ausreichend begründet und sowohl für den Insolvenzverwalter als auch für die weiteren Gläubiger der Insolvenzschuldnerin nachvollziehbar ist, hemmt die Anmeldung die Verjährung. Erfolgt die Anmeldung nicht ordnungsgemäß, also nicht ausreichend individualisiert und substantiiert oder wird die Forderung gar nicht angemeldet, dann droht die Verjährung der Ansprüche im Insolvenzverfahren. Eine Quote können diese Gläubiger nicht erwarten. Unter Bezugnahme auf den Bundesgerichtshof stellt das OLG München fest, dass es einer hinreichenden Darlegung des Lebenssachverhalts“ in der Forderungsanmeldung bedarf, damit dem „Insolvenzverwalter und den Gläubigern eine zutreffende rechtliche Beurteilung der angemeldeten Forderung“ möglich ist.

Die auf das Insolvenz- und Kapitalanlagerecht spezialisierte Kanzlei Buchalik Brömmekamp hat für ihre Mandanten die Forderung rechtzeitig zum 14. September 2018 angemeldet. Von einer Verwendung des Vordrucks der Insolvenzverwalter hat die Kanzlei Abstand genommen, da sie die in den vorausgefüllten Forderungsanmeldungen enthaltene Begründung „Forderung aus Vertrag/Schadensersatz“ nicht für ausreichend erachtete. Hinzu kommt, dass den neueren Entwicklungen, der Verhaftung von Heinz Roth (Gründer und Namensgeber von P&R), Rechnung zu tragen war. Eine Forderungsanmeldung, die nicht auch deliktische Ansprüche berücksichtigt, missachtet also die aktuellen Entwicklungen.

Investoren, deren Anmeldungen die aktuellen Entwicklungen nicht berücksichtigen, können ihre Anmeldungen noch abändern – dies sollten allerdings Experten durchführen, um Rechtsnachteile zu vermeiden.

Kostenlose Vertretung in der Gläubigerversammlung

Die Kanzlei Buchalik Brömmekamp verfügt nicht nur über die erforderliche Kapitalmarktexpertise, sondern auch über das notwendige insolvenzrechtliche Know-how, da sie seit vielen Jahren Unternehmen in der Krise und Insolvenz erfolgreich begleitet und saniert.

Um für unsere Mandanten (sowie alle weiteren geschädigten Anleger) in den P&R-Insolvenzverfahren das bestmögliche Ergebnis zu erreichen, bieten wir sämtlichen Anlegern der insolventen Gesellschaften die kostenlose Wahrnehmung in den jeweiligen Gläubigerversammlungen an.

 

Update 16. August 2018

Die unplausible Forderungsanmeldung der Insolvenzverwalter und die versteckten Risiken für die Anleger – kostenlose Vertretung in den Gläubigerversammlungen im Oktober 2018

Lange haben die Anleger der insolventen P&R-Gesellschaften auf die angekündigten und vorausgefüllten Forderungsanmeldungen der Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé und Dr. Philip Heinke gewartet. Das Warten hat für viele Investoren zwar ein Ende, gelohnt haben wird es sich allerdings nicht.

Für die Geschädigten der P&R-Insolvenz klangen die Ankündigungen der Insolvenzverwalter sehr vielversprechend. Die Verwalter wollten den Anlegern unterschriftsreife Forderungsanmeldungen überlassen. Eine anwaltliche Vertretung, so die Verwalter, sei zwar rechtliche zulässig, doch eine rechtliche Beratung und Vertretung nicht unbedingt erforderlich.

Offensichtlich wollen Jaffè und Heinke sich die Arbeit vereinfachen, indem sie den Anlegern vorausgefüllte Forderungsanmeldungen überlassen. Den Investoren erweisen die Verwalter damit jedoch keinen Gefallen. Die Befürchtung, dass die überlassenen Anmeldungen nicht ausreichend individualisiert, substantiiert und damit nicht aus sich selbst heraus nachvollziehbar sind, hat sich bestätigt. Dies wird jeder Anleger, der mehr als einen Vertrag geschlossen hat, bestätigen können.

Dieser Beitrag setzt sich mit den nachfolgenden und für alle Investoren wichtigen Aspekten auseinander:

  1. Warum sind die vorausgefüllten Forderungsanmeldungen fehlerhaft?
  2. Welche Risiken gehen Anleger ein, wenn sie die Forderungsanmeldungen der Verwalter verwenden?
  3. Welche Besonderheiten ergeben sich aus dem Schreiben und der vorausgefüllten Forderungsanmeldung für die Anleger (Verzicht auf Rechte)?
  4. Kostenlose Vertretung auf den Gläubigerversammlungen im Oktober 2018 durch die Buchalik Brömmekamp Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

1. Warum sind die vorausgefüllten Forderungsanmeldungen fehlerhaft?

Den fieberhaft erwarteten und mehreren Seiten starken Briefen ist ein vorausgefüllter Vordruck eines Standardformulars (wie er im Internet heruntergeladen werden kann) sowie eine Aufstellung der anzumeldenden Beträge beigefügt. Individuell sind die Angaben zum Namen, der Anschrift, zur Kontoverbindung sowie zur Höhe der anzumeldenden Forderungssumme. Der standarisiert angegebene Forderungsgrund „Forderung aus Vertrag/Schadensersatz“ wird ebenso wenig erläutert, wie er begründet wird. Ansprüche, die auf eine deliktische Anspruchsgrundlage gestützt werden könnten, werden ebenfalls nicht berücksichtigt. Das OLG München hat – auch dort ging es um eine Forderungsanmeldung – unter Bezugnahme auf den Bundesgerichtshof festgestellt, dass es einer „hinreichenden Darlegung des Lebenssachverhalts“ in der Forderungsanmeldung bedarf, damit dem „Insolvenzverwalter und den Gläubigern eine zutreffende rechtliche Beurteilung der angemeldeten Forderung“ möglich ist. Die hier von den Verwaltern vorgelegten Forderungsanmeldungen erfüllen die vom OLG München geforderten Voraussetzungen wohl nicht.

2. Welche Risiken gehen Anleger ein, wenn sie die Forderungsanmeldung der Verwalter verwenden?

Investoren, die diese Anmeldung verwenden, gehen das Risiko ein, dass andere Anleger ihre Forderung bestreiten, da diese nicht nachvollziehbar ist. Allein für die Insolvenzverwalter und vielleicht noch für den Anleger selbst, ist die Forderungsanmeldung nachvollziehbar. Anleger, die mehr als einen Vertrag geschlossen haben, werden die vorausgefüllten Forderungsanmeldungen in der Regel auch nur nachvollziehen können, wenn sie ihre Zeichnungsunterlagen etc. hinzuziehen. Wie soll es den anderen Gläubigern gehen, denen diese Unterlagen nicht zur Verfügung stehen, die sich im Prüftermin aber rund 80.000 nahezu gleichlautenden Forderungsanmeldungen ausgesetzt sehen? Kurz gesagt: Dies wird nicht möglich sein! Den anderen Gläubigern, denen weder die Finanzbuchhaltung der Verwalter noch die Unterlagen der Anleger zur Verfügung stehen, können die vorausgefüllten Forderungsanmeldungen nicht nachvollziehen. Sie könnten folglich diese Anmeldungen bestreiten. Das hätte für die Anleger fatale Folgen: Denn bestrittene Forderungen erhalten keine Quote im Insolvenzverfahren und ihre Ansprüche im Insolvenzverfahren können verjähren. Für die Gläubiger, deren Forderungen nicht bestritten wurde, würde sich die Quote zudem erhöhen (sie nehmen selbst an der Verteilung der Masse teil, die bestritten Forderungen hingegen nicht).

3. Welche Besonderheiten ergeben sich aus dem Schreiben und der vorausgefüllten Forderungsanmeldung für die Anleger (Verzicht auf Rechte)?

Zudem enthält die zur Verfügung gestellte, vorausgefüllte Forderungsanmeldung den Aufdruck: „Ich mache keine Aussonderungsrechte oder Absonderungsrechte geltend.“ Die Investoren sollen also auf dahingehende Rechte vor dem Berichtstermin verzichten und zugleich bis zum 29.08.2018 sowohl die Forderungen als auch ihre Teilnahme an dem Berichtstermin im Oktober 2018 bei den Insolvenzverwaltern anmelden, obwohl die vom Gericht gesetzte Frist erst am 14.09.2018 abläuft.

Anleger sollten nicht dem Irrtum aufsitzen, dass die Insolvenzverwalter sie vertreten. Den Insolvenzverwaltern obliegt es, die Gläubiger bestmöglich zu befriedigen. Wenn hierzu die Inanspruchnahme der Anleger erforderlich ist, werden die Verwalter auch davor nicht zurückschrecken. Gläubiger, die nicht zugleich Anleger sind, könnten durchaus an der Neutralität der Verwalter zweifeln.

Die Vorausfüllung der Forderungsanmeldung sowie der Hinweis darauf, dass man diese verwenden solle, wozu die Gläubiger nicht verpflichtet sind, erleichtert in erster Linie dem Verwalterbüro die Arbeit. Allerdings auf Kosten der Anleger. Einfacher als mit dem Versand von vorausgefüllten mit QR-Codes versehenen Forderungsanmeldungen (die wohl über einen Dienstleister erstellt wurden, den wohlmöglich noch die Masse zahlen soll) kann es sich das Verwalterbüro nicht machen. Es muss nur noch prüfen, ob die Formulare zurückkommen, und die Daten in die Insolvenztabelle übertragen.

Auf die Belange der Anleger, die ein Interesse daran haben, dass ihre Anmeldungen einer gerichtlichen Überprüfung im Bestreitensfalle standhalten, wird somit keine Rücksicht genommen. Die Verwalter halten die von ihnen selbst ermittelte Forderungshöhe sogar für streitbar, was auf Seite 3 der Schreiben der Verwalter klargestellt wird: „Es bedeutet aus den geschilderten Gründen aber nicht, dass die Ansprüche auch in der angegebenen Höhe berechtigt wären und so wie angemeldet zur Tabelle festgestellt werden könnten.“ Die Verwalter schließen also nicht aus, dass sie die von ihnen selbst vorausgefüllten Anmeldungen bestreiten werden.

4. Kostenlose Vertretung auf den Gläubigerversammlungen im Oktober 2018 durch Buchalik Brömmekamp Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Wir raten geschädigten Anlegern, die Forderungen professionell anmelden zu lassen, was wir für die Anleger gerne übernehmen. Allen nicht von uns vertretenen Anlegern, die nicht rechtsschutzversichert sind oder deren Versicherung die Teilnahme an den Berichtsterminen nicht übernimmt, bieten wir eine kostenlose Vertretung in den Berichtsterminen am 17.10. und 18.10.2018 in München sowie einen ausführlichen Bericht innerhalb von zehn Tagen nach der Versammlung an. Zahlreiche Anleger scheuen sowohl den Kostenaufwand für die Anreise nach München, als auch die Beauftragung eines Rechtsanwalts mit der Anmeldung der Forderung im Insolvenzverfahren. Wir können diese Rechte gerne für geschädigte Anleger wahrnehmen.

Anleger, die von uns nur in den Berichtsterminen/Gläubigerversammlungen am 17.10. und 18.10. 2018 vertreten werden möchten, sollten uns eine Stimmrechtsvollmacht (siehe Downloadkasten rechts oben) zusammen mit dem Anmeldeformular (bitte jeweils handschriftlich unterzeichnet und im Original) und einer Kopie der eingereichten Forderungsanmeldung übersenden.

Für Anleger, die uns mit der Forderungsanmeldung beauftragt haben, melden wir die Forderung im Insolvenzverfahren an und vertreten diese selbstverständlich in den Berichtsterminen /Gläubigerversammlungen am 17.10. und 18.10.2018.

 

Update: 24. Juli 2018

P&R Verfahrenseröffnung

Das Amtsgericht München hat die Insolvenzverfahren der

  • P&R Transport-Container GmbH mit Beschluss vom 24.07.2018, Az.: 1542 IN 1127/18,
  • P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH mit Beschluss vom 24.07.2018, Az.: 1542 IN 726/18,
  • P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH mit Beschluss vom 24.07.2018, Az.: 1542 IN 728/18,
  • P&R Container Leasing GmbH mit Beschluss vom 24.07.2018, Az.: 1542 IN 727/18, sowie
  • P&R AG mit Beschluss vom 01.07.2018, Az.: 1542 IN 1128/18,

eröffnet. Die Gläubiger wurden nun vom Gericht aufgefordert bis zum 14.09.2018 ihre Insolvenzforderungen bei den Verwaltern Dr. Michael Jaffé und Dr. Philip Heinke anzumelden und ihre Aus- und Absonderungsrechte geltend zu machen. Buchalik Brömmekamp bietet einen Quickcheck zur Forderungsanmeldung für die Gläubiger an, die ihre Forderungen selbst anmelden wollen.

Was sollten die Anleger tun?

Forderungsanmeldung

In jedem Fall sollten die Forderungen im Insolvenzverfahren richtig angemeldet werden. Die Anmeldung ist ausreichend zu individualisieren und zu substantiieren. Allein die Mitteilung der Forderungshöhe ohne diese zu begründen wird nicht ausreichen.

Keine Quote bei unterbliebener oder fehlerhafter Forderungsanmeldung

Allerdings ist darauf zu achten, dass die Forderungen ausreichend individualisiert und die anzumeldenden Beträge genügend bestimmt werden. Werden bspw. Schadensersatzbeträge angemeldet ist nicht nur der Grund hierfür, sondern auch die Höhe nachvollziehbar aufzuschlüsseln, selbiges gilt auch für etwaige Freistellungen. Das Oberlandesgericht München hat in seinem Urteil vom 22.12.2017, welches hier im Streitfall zuständig sein dürfte, an die Individualisierung der Forderungsanmeldung sehr hohe Anforderungen gestellt. Werden diese nicht erfüllt, kann die Forderung entweder vom Insolvenzverwalter oder einem weiteren Gläubiger bestritten werden. Eine nicht ausreichend individualisierte Forderungsanmeldung ist – so das OLG München – unwirksam. Die Folge eines wirksamen Bestreitens wäre, dass der Gläubiger mit der bestrittenen Forderung keine Quote im Insolvenzverfahren erhält und die verjährungshemmende Wirkung der Forderungsanmeldung entfällt.

Berichtstermin

Die Berichtstermine wurden auf den 17.10. und 18.10.2018  bestimmt. In diesem werden die Insolvenzverwalter zunächst über den Gang des bisherigen Insolvenzverfahrens berichten und einen Ausblick über die geplanten (künftigen) Maßnahmen geben.

Von besonderem Interesse ist die wirtschaftliche Lage der einzelnen Gesellschaften, die voraussichtliche Quote der Anleger und auch der Umgang mit den in der Vergangenheit an die Anleger ausgezahlten Beträge. Werden an die Anleger gezahlte „Mieten“ angefochten und zurückgefordert, sodass mit einer Inanspruchnahme durch den Insolvenzverwalter zu rechnen ist? Zu dieser sowie zu weiteren Fragen werden die Insolvenzverwalter Aussagen treffen müssen.

Darüber hinaus haben die Gläubiger u.a. darüber abzustimmen, ob

  • die Gesellschaft/en fortgeführt oder liquidiert werden soll/en,
  • die Insolvenzverwalter jeweils im Amt bestätig werden,
  • ein Gläubigerausschluss – bislang wurde vom Insolvenzgericht nur ein vorläufiger Gläubigerausschuss eingerichtet – bestellt wird und wer diesem angehören soll.

Zu erwarten ist weiter, dass sich die Insolvenzverwalter zu dem Eigentum der Investoren äußern und ggf. auch darüber abstimmen lassen, ob die vorhandenen Container veräußert werden sollen. Ebenso darf erwartet werden, dass die Insolvenzverwalter sich dazu erklären, ob die von den Gesellschaften mit den Anlegern geschlossenen Verträgen fortgeführt werden und wie mit den weiterhin eingenommenen Mieten umgegangen wird.

Unser Angebot im Insolvenzverfahren

  1. Persönliche Beratung und Vertretung im Insolvenzverfahren

Buchalik Brömmekamp berät und vertritt Gläubiger im Insolvenzverfahren der P&R-Gesellschaften. Für die uns beauftragenden Investoren erbringen wir die nachstehenden Leistungen:

  • Anmeldung der Forderung im Insolvenzverfahren,
  • Vertretung im Berichtstermin in München,
  • Ausübung des Fragerechts der Investoren und
  • Ausübung des Stimmrechts in der Gläubigerversammlung.

Darüber hinaus berichten wir unseren Mandanten im Anschluss an den Berichtstermin über:

  • die Gläubigerversammlung / den Berichtstermin in München,
  • die in der Versammlung getroffenen Beschlüsse sowie
  • über sich daraus ergebende Konsequenzen für das weitere Insolvenzverfahren.

Für Investoren, die rechtschutzversichert sind, übernehmen wir zudem die Deckungsanfrage bei der Rechtsschutzversicherung.

Nicht rechtsschutzversicherten Investoren bieten wir für das vorstehende Leistungspaket einen attraktiven Festpreis an. Kontaktieren Sie uns unter:

kapitalanlagen@buchalik-broemmekamp.de
per Telefon: 0211 828977-191
per Fax: 0211 828977-211.

Alternativ zur persönlichen Beratung bieten wir die folgenden Leistungen an: 

  1. Quickcheck der Forderungsanmeldung durch Insolvenzrechtsspezialisten

Investoren, die ihre Forderung selbst anmelden aber zuvor von Insolvenzspezialisten überprüft haben wollen, bieten wir einen Quickcheck an.

Überprüft wird die Plausibilität der vorausgefüllten Forderungsanmeldung anhand der von dem Investor zur Verfügung gestellten Unterlagen. Sollte die Forderungsanmeldung plausibel sein und die Forderungsanmeldung den üblichen Standards ausreicht, teilen wir dies dem Anleger mit. Dieser muss die Anmeldung dann selbst unterschreiben und an den jeweiligen Verwalter schicken. Die Anmeldung übernimmt der Anleger also selbst. Für den Quickcheck berechnen wir pro Vertrag einen Betrag in Höhe von 150,00 € (brutto). Im Rahmen dieses Quickckecks benötigen wir für jeden Vertrag das ausgefüllte Quickcheck-Formular, sowie die dort genannten Unterlagen für jeden abgeschlossenen Vertrag.

Sollten die zur Verfügung gestellte Forderungsanmeldung nicht ausreichen, teilen wir dies ebenfalls mit. Sie entscheiden dann, ob die Forderungsanmeldung durch unsere Spezialisten nachgebessert bzw. neu erstellt werden soll oder nicht. Die Erstellung einer neuen Forderungsanmeldung ist kostenpflichtig und bedarf eines weiteren Auftrages, der selbstverständlich nicht verpflichtend ist. Kontaktieren Sie uns unter:

kapitalanlagen@buchalik-broemmekamp.de
per Telefon: 0211 828977-191
per Fax: 0211 828977-211

Nutzen Sie dazu bitte unser

Quickcheck-Formular

  1. Ansprüche außerhalb des Insolvenzverfahrens, bspw. gegen den Wirtschaftsprüfer, Steuerberater etc.

Für unsere Mandanten prüfen wir zudem Ansprüche gegen weitere in Betracht kommende Gegner außerhalb des Insolvenzverfahrens, um eine Schadenskompensation zu erreichen und vertreten diese vorgerichtlich und notfalls vor allen Amts-, Land- und Oberlandesgericht in der Bundesrepublik Deutschland.

Beispielswiese die Inanspruchnahme der Steuerberater, aber auch der Wirtschaftsprüfer als Abschlussprüfer kommt in Betracht. Diesen hätte auffallen müssen, dass es wenige Container als Verträge gab. Hier stellt sich die Frage, ob sie dies nicht wussten? Und wenn sie davon Kenntnis hatten, weshalb dies der Abschlussprüfer nicht in seinem Bericht erwähnte und dennoch uneingeschränkte Testate erteilte.

  1. Abwehr von Ansprüchen des Insolvenzverwalters

Werden unsere Mandanten von den Insolvenzverwaltern auf Rückzahlung der vor Insolvenzantragsstellung gezahlten Beträge (Mieteinnahmen) in Anspruch genommen, wehren wir diese Ansprüche sowohl außergerichtlich als auch gerichtlich ab.

In vielen Insolvenzerfahren (PROSAVUS AG, EN Storage GmbH etc.) fechten die Verwalter die von den insolventen Gesellschaften vor der Insolvenzantragstellung an die Anleger gezahlten Beträge an (§§ 129 ff. InsO) und fordern diese Beträge zurück. Hiergegen können sich die Investoren wehren.

Als erstes sollte geprüft werden, ob der zurückgeforderte Betrag tatsächlich ausgezahlt wurde. Dies wird zwar regelmäßig der Fall sein, eine dahingehende Prüfung der Investoren sollte gleichwohl erfolgen, um Fehler des Verwalters aufzudecken. In einem zweiten Schritt ist zu prüfen, ob ein anfechtbarer Anspruch überhaupt besteht. Sollte auch dies der Fall sein, stellt sich die Frage, ob die Anleger möglicherwiese entreichert sind. Ein juristischer Laie kann dies aber nicht beurteilen, da hierzu die Auswertung der Rechtsprechung der letzten Jahre zwingend erforderlich ist. Versuche der geschädigten Investoren den Fall der Entreicherung gegenüber dem Verwalter selbst darzulegen, scheitern regelmäßig. Eine sinnvolle und erfolgsversprechende Verteidigung in späteren Prozessen ist für den Anwalt dann kaum noch möglich. Allein die Aussage, dass man das Geld nicht mehr habe oder sich entreichert fühle, reicht für die Verteidigung nicht aus.

Auch hier gilt, die Anleger müssen tätig werden. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website www.insolvenzanfechtung-buchalik.de.

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