CO.NET Verbrauchergenossenschaft eG – Wie sicher ist Ihr Geld?

Genossinnen und Genossen der CO.NET Verbrauchergenossenschaft eG finden aktuell zahlreiche Artikel, Warnungen und sogar eine Anordnung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz: BaFin) im Internet. Wir haben uns die öffentlich zugänglichen Informationen angesehen.

I.Worum geht es?

Die CO.NET Verbrauchergenossenschaft eG hat ihren Sitz in Drochtersen (Niedersachsen) und ist im Handelsregister Tostedt unter der HRB 100021 eingetragen. Dort heißt es:

Zweck der Genossenschaft ist die Förderung der Mitglieder zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebs.“

Gefolgt von weiteren allgemeinen Ausführungen wird dann der eigentliche Zweck offenbart:

Die Genossenschaft hat insbesondere das Ziel im Verbund der Genossenschaft Preisvorteile im Einkauf von Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs mit Partnerfirmen zu vereinbaren.

Das vom genossenschaftlichen Leitbild getragene Ziel ist zunächst legitim.

II. Welche finanziellen Mittel müssen Genossinnen und Genossen der CO.NET aufwenden?

Allein Genossinnen und Genossen sollen – was üblich ist – Vorteile aus der genossenschaftlichen Mitgliedschaft haben.

Allerdings stellt sich die Frage: Warum bedarf es des Erwerbs von vier Genossenschaftsanteilen zu je 500 € und eines zusätzlichen Aufgeldes in Höhe von weiteren 1.000 € − also zusätzlichen 20 Prozent auf die Genossenschaftsanteile?

Mit einem Eigenkapital von 121.229.865,32 € (Stand 31.12.2020) müsste der satzungsmäßig festgelegte Zweck erreicht werden können. Oder anders gesagt: Wozu bedarf es mehr als 121 Mio. € Eigenkapital, das auf die Einzahlungen von Genossinnen und Genossen zurückzuführen ist, um „Rabattierungen für Produkte des täglichen Bedarfs mit Partnerfirmen“ zu vereinbaren?

Antworten auf diese Fragen finden wir nicht. Erstaunlich ist der geringe Kassenbestand in Höhe von gerade einmal 3.786,21 €.

Auch ist nicht nachvollziehbar in welchen Finanzanlagen die Genossenschaft investiert ist. Laut Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2020 sollen über 85 Mio. € in Finanzanlagen investiert worden sein. Die Investition in Sachanlagen wird im Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2020 indessen mit gerade einmal rund 1,3 Mio. € ausgewiesen.

III. Wo ist der Prospekt der CO.NET?

Auf der Seite der Genossenschaft werden folgende Unterlagen bereitgestellt:

Ein Prospekt ist jedoch weder auf der Seite der CO.NET noch auf der Seite der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zu finden.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht „untersagt der CO.Net Verbrauchergenossenschaft eG das öffentliche Angebot von Anteilen, die eine Beteiligung am Ergebnis der CO.NET Verbrauchergenossenschaft eG gewähren.“

Die BaFin nimmt eine Beteiligung der Genossinnen und Genossen an dem Ergebnis der Genossenschaft an, weshalb die Ausnahme von der Prospektplicht nach dem Vermögensanlagengesetz entfällt.

Mit Widerspruchsbescheid vom 02.06.2021 wurde der Widerspruch der CO.NET zurückgewiesen, die daraufhin Klage beim Verwaltungsgericht in Frankfurt am Main erhoben hat.

Gleichwohl gilt: Der CO.NET ist das öffentliche Angebot von Anteilen, die eine Beteiligung an ihrem Ergebnis gewähren, untersagt. Der Bescheid der BaFin ist sofort vollziehbar.

IV. Was raten wir Genossinnen und Genossen der CO.NET?

Fakt ist, mehrere Mitglieder sind ausgeschieden (rd. 1,2 Mio. € laut Jahresabschluss 2020). Wer Zahlungen gegenüber der Genossenschaft beansprucht, sollte diese mit anwaltlicher Hilfe geltend machen und nicht zuwarten.

Ungewiss ist, ob sich CO.NET gegen die Untersagung der BaFin durchsetzen kann.

Setzen Sie sich gerne mit mir in Verbindung:

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Sascha Borowski

Fachanwalt für Bank- & Kapitalmarktrecht

Spezialist für Insolvenzrecht

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Das sagen unsere Mandanten

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[Rechtsanwalt Sascha Borowski] erklärt Sachverhalte auch für Nichtexperten sehr einleuchtend und nachvollziehbar. Ist jederzeit für Klienten ansprechbar.

Betroffene Gruppen

Diese Arten der Kapitalanlage sind beispielsweise betroffen

Anleihen

Sowohl Staaten als auch Unternehmen begeben Anleihen, mit denen sie Fremdkapital zur Finanzierung verschiedener Zwecke aufnehmen. Auch zahlreiche mittelständische Unternehmen, aber auch Sportvereine (bspw. Borussia Dortmund) haben in der Vergangenheit Anleihen begeben. Für Aufsehen sorgen allerdings nicht die planmäßig verlaufenden Anleihen, sondern jene, bei denen die Zins- oder sogar die Rückzahlung drohen auszubleiben.

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Direktinvestments

Die im Vergleich zu Festgeldern hohe Renditen versprechenden Direktinvestments gehörten zeitweise zu den unregulierten Investitionsmöglichkeiten am Kapitalmarkt. Investiert wurde und wird auch weiterhin in Container, Speichersysteme und viele weitere Güter. Die Vertragskonstruktionen sehen – vereinfacht dargestellt – vor, dass der Anleger beispielsweise einen Container erwirbt und gleichzeitig einen Mietvertrag für einen zuvor festgelegten Zeitraum mit der Emittentin schließt.

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Genussscheine

Genussscheine sind verbriefte Genussrechte, die von Unternehmen ausgegeben werden, um Kapital einzuwerben. Sowohl Genussrechte als auch Genussscheine gewähren dem Inhaber regelmäßig sog. Teilhaber- aber keine Mitgliedschaftsrechte. Die Bedingungen sehen eine Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg sowie Misserfolg des Unternehmens vor.

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